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Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 29.01.2012 Share it on Facebook


Bombi, P., L. Luiselli & M. D’Amen (2011): When the method for mapping species matters: defining priority areas for conservation of African freshwater turtles. – Diversity and Distributions 17: 581–592.

Wenn die Methode zur Erfassung einer Spezies eine Rolle spielt: Die Definition von Prioritätsarealen zur Erhaltung von afrikanischen Wasserschildkröten.


Ziel: Die Definition von Prioritätsarealen zur Arterhaltung ist wichtig, um den Biodiversitätsverlust zu minimieren. Allerdings ergeben unterschiedliche Erfassungsmethoden auch unterschiedliche Ergebnisse bei der Beschreibung der Verbreitung einer zu schützenden Art. Um nun eine gut abgesicherte Basis zur Erhaltung von Süßwasserschildkröten in Afrika zu haben, verglichen wir die Ergebnisse verschiedener Methoden, die zur Erfassung eingesetzt werden und wie sie sich auf die Beschreibung des Verbreitungsmuster einer Art, die Festlegung des Gefährdungsgrads und die zu schützende Landfläche auswirken.
Ort: Afrika.
Methoden: Wir wendeten drei unterschiedliche Vorgehensweisen an, die sich durch eine zunehmende Komplexität auszeichneten, um die Verbreitungskarten für die Arten zu erstellen. Die erste Erhebung basierte auf der geographischen Aufteilung in Sektoren anhand eines quadratischen Gridmusters (Netzmuster, Schachbrett). Die zweite Methode basierte auf der Einheit lokaler konvexer Polygone und die dritte auf Modellierungstechniken zur induktiven Verbreitung. Wir verwendeten Verbreitungskarten, die mit allen drei Methoden erzeugt wurden, um daran die Prioritätsareale basierend auf dem geographischen Verteilungsmuster des Artenreichtums festzulegen und um Lücken- und Irreversibilitätsanalysen durchzuführen.
Ergebnisse: Wir erhielten bei der Anwendung der drei Methoden drei sich deutlich unterscheidende Verbreitungskarten, die auch zu Unterschieden in Bezug auf die Erhaltungsprioritäten führten. Die Grid-Quadrat-Methode unterschätzte sowohl die Größe des Verbreitungsgebiets als auch die Artenvielfalt, während die Polygonmethode zu einer Überschätzung dieser Parameter führte. Der Versuch, die Verbreitung zu modellieren, erbrachte das realistischste Ergebnis in Bezug auf die Diversitätsmuster (Artenvielfaltsverteilung), wobei sowohl Kommissions- als auch Auslassungsfehler minimiert wurden. Somit wurde eine integrierende Karte für die Regionen mit Erhaltungspriorität erstellt, die auf der modellierten Kombination der Einzelerhebung von Prioritäten beruhte, welche klar herausarbeitete, dass die Region um den Golf von Guinea und das Albertine Rift die Areale mit der höchsten Erhaltungspriorität repräsentieren.
Schlussfolgerung: Jede Methode zur Erfassung einer Spezies hat Vorteile und Nachteile. Die Auswahl der jeweils besten Methode für die jeweilige Situation hängt von der Verfügbarkeit der vor Ort vorhandenen Aufzeichnungen (Daten) ab und davon, nach Möglichkeit, die wesentlichen beeinflussenden Faktoren wie Auslassungsfehler und Kommissionsfehler minimal zu halten. Unsere Befunde legen nahe, dass in den meisten Fällen der Gebrauch einer Verbreitungsmodellierung viele Vorteile im Vergleich zu den anderen Methoden bietet. Die in dieser Studie identifizierten Prioritätsareale sollten dazu dienen, gezielte Maßnahmen zum Schutz afrikanischer Wasserschildkröten in den kommenden Jahren durchzuführen.

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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus